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Konzept |
Zu den Pferden

1. Pferde
Die Tierart Pferd entwickelte sich in halboffenen, nicht großflächig mit
Wald bewachsenen Landschaften.
Im Laufe der Entwicklungsgeschichte über viele Jahrtausende passte sich jede
Tierart an ganz bestimmte Lebensräume an.
In mehr oder minder großen Rudeln oder Herden unternahmen Pferde in Abhängigkeit
von den klimatischen Gegebenheiten jahreszeitliche Wanderungen, dem
Futterbewuchs folgend.
Diese Wanderungen und die Notwendigkeit mit großer Geschwindigkeit vor den
Feinden, wie Wölfen Bären, Großkatzenarten zu fliehen, ließen ein
hochspezialisiertes Lauf- und Fluchttier entstehen, das nicht mehr mit fünf
Zehen jeden Beines den Boden berührt, sondern nur mit einer Zehe, dem Huf.
Schneller ausdauernder Lauf der Einhufer erfordert viel Sauerstoff, eine gute
Durchblutung der Muskeln, wobei sich Atmung und Kreislauf auf diese
Anforderungen eingestellt haben. Die hochsensiblen Sinnesorgane für Sehen, Hören
und Riechen erhöhten die Überlebenschance vor den Feinden. Im Sinne der
Arterhaltung war aber auch ein guter sozialer Kontakt zwischen den
Herdengenossen von Bedeutung, der durch ein sehr differenziertes Sozialverhalten
erreicht wurde.
Das Pferd ist also ein hochspezialisiertes, laufausdauerndes, herdenlebendes
Fluchttier, das sich als Einzeltier, getrennt von den Artgenossen nicht wohl
fühlt.
1.1. Domestikation
Die Entstehungsgeschichte und Entwicklung Pferd ist als eine dauernde
Auseinandersetzung mit der Umwelt anzusehen, die auch andauert, seit der Mensch
das Pferd hält und für seine Zwecke nutzt.
Der Mensch hat für das Pferd eine künstliche Umwelt geschaffen und er hat das
Pferd durch die Zuchtwahl verändert.
Die Grundeigenschaften seiner Art hat das Pferd jedoch behalten und zeigt damit
ganz bestimmte Lebensbedürfnisse.
Weil der Mensch die Verantwortung für das Pferd übernommen hat, muss er auch die
Bedingungen für eine artgerechte Haltung ermöglichen.
1.2. Artgemäße Haltung und verhaltensgerechter Umgang
Zeitgeber wie Licht, klimatische Faktoren sowie vom Menschen gesetzte
Einflüsse wie z.B. Haltung, Fütterung und Nutzung ergeben einen Tagesablauf, dem
sich auch das Lebewesen Pferd anpasst und im Verhalten widerspiegelt.
Auf die verschiedenen artgerechten Haltungsformen für Pferde möchte ich hier
nicht näher eingehen.
Für den Umgang mit Pferden und ihre Ausbildung gilt im Sinne einer für beide
Seiten günstigen Mensch-Pferde-Beziehung folgendes: (Zitat von Prof. Dr. Klaus
Zeeb)
1. Das Pferd begreift den Menschen als Artgenossen, der
ranghöher, ranggleich oder rangniedriger sein kann, oder aber als Feind. Als
Lehrmeister muss der Mensch den Artgenossen ersetzen. Es ist dem Pferd
angeboren, sich unterzuordnen.
2. Der Mensch sei ranghöherer Artgenosse des Pferdes, aber
nicht mit Gewalt, sondern mit Hilfe des Verstandes. Wenn das Pferd unter
menschlicher Einwirkung Fehler macht, dann nur, wenn es den Menschen nicht
richtig verstanden hat.
3. Um den Menschen verstehen zu können, muss das Pferd
Vertrauen zu ihm haben. Vertrauen ist die Grundlage zum Verständnis.
4. Verständigungsmittel zwischen Mensch und Pferd sind die
Hilfen: Stimmhilfen, Berührungshilfen (Hand), Touchierhilfen (Gerte),
Gewichtshilfen (Reiter) und Futterbelohnung. Touchierhilfen sind niemals Prügel.
1.3. Der Haflinger (Beschreibung einer Pferderasse)
Der Haflinger hat seinen Ursprung in Tirol, in den Südtiroler Alpen von
Italien. Dort entstand im Jahre 1847 diese Pferderasse durch Anpaarung eines
Araberhengstes und einer Gebirgspferdestute.
Der Haflinger wurde ursprünglich als Gebrauchspferd, als leichtes Gebirgspferd
zum Ziehen und für leichte Lasten im Hochgebirge eingesetzt. Er sicherte die
Versorgung der Alpenbauern, war ausdauernd, hatte schon immer ein ausgeglichenes
ruhiges und kinderfreundliches Wesen und war beständig in seiner Arbeit.
Nach dem 2.Weltkrieg ließ sein Aufgabenbereich nach, da im Zuge der
Motorisierung seine Dienste nicht mehr so gebraucht wurden. Nun musste man neue
Aufgaben für ihn finden.
Gezielte Zuchtergebnisse führten dazu, das der Haflinger mehr Reiteigenschaften
erhielt und heute als Freizeit- und Hobbypferd vielseitig genutzt wird, auf dem
und mit ihm sich Erwachsenen ebenso wie Kinder Wohlfühlen können.

2. Therapeutisches Reiten
Das Reiten als Sport und Hobby gehört für viele Menschen einfach zum Leben
dazu.
Aber ein Pferd kann auch Physio- oder Psychotherapeut sein.
Tiere können eine wohltuende, heilende Wirkung auf Menschen ausüben.
Pferde können in diesem Zusammenhang eine ganz besondere Stellung einnehmen.
Der Reiter auf dem Rücken des Pferdes erlebt mit ihm einen unmittelbaren
Kontakt.
Getragen werden, bewegen und bewegt werden setzt beiderseitiges Vertrauen
voraus.
Im Therapeutischen Reiten wird dieses Verhältnis genutzt für Menschen mit
körperlichen, geistigen und seelischen Beeinträchtigungen.
2.1. Medium Pferd im Therapeutischen Reiten
Der Erfolg der therapeutischen Maßnahme hängt im Wesentlichen vom Pferd ab.
Eine wichtige Voraussetzung ist ein guter Charakter. Im Temperament sollte es
ruhig aber fleißig, nicht zu temperamentvoll aber auch nicht abgestumpft sein.
Es soll schwungvoll und gleichmäßig gehen.
Zum Voltigieren braucht es ein gleichmäßiges ausdauerndes Galoppiervermögen,
vier gesunde Beine und einen unempfindlichen Rücken.
Eine gewisse Unbekümmertheit ist notwendig, damit plötzlich auftretende
Einflüsse es nicht ängstigen und erschrecken.
Die Teilnehmer müssen sich dem Tier von allen Seiten furchtlos nähern können.

3. Zu meinen Pferden
Die längste und intensivste Erfahrung in der Arbeit mit Pferden habe ich mit
Haflingern gemacht.
Der Umgang mit Warmblutpferden wie Mecklenburger, Hannoveraner, Westfale…, sowie
mit Reitponys und Kaltblütern ist mir jedoch auch vertraut.
Zurzeit arbeite ich mit 2 Haflingern und 2 Reitponys, die ein Stockmaß zwischen
145 cm und 150 cm haben. Sie haben eine reiterliche Grundausbildung der Klasse E
bis A, sind an den Umgang mit Kindern gewöhnt, sicher im Gelände und die
Haflinger als Kutschpferde auch 100%ig Straßensicher.
Aufgrund der Größe der Pferde sollte das Reitergewicht jedoch nicht mehr als 85
Kg haben.
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